Sucht geht alle an! 
Ecstasy, Crack, Cannabis - Jugendliche schlucken alles, was antörnt und high macht. Der Fokus des gesellschaftlichen Interesses liegt häufig auf dem Missbrauch illegaler Drogen. Völlig unterschätzt aber sind die so genannten legalen Drogen wie Alkohol und Nikotin. Abends ein Gläschen zur Entspannung oder auch zwei, der Schritt zur Abhängigkeit ist nicht groß.
1,3 Millionen Alkoholabhängige, 1,4 Millionen Medikamentensüchtige und über 100.000 Drogensüchtige - die Macht der Drogen scheint ungebrochen. Rund zehn Prozent der deutschen Bevölkerung ist abhängig. Süchtige Menschen sind Gefangene in einem Teufelskreis. Wenn die Wirkung von Medikamenten, Drogen oder Alkohol nachlässt, müssen sie sich ernüchtert eingestehen, dass sich nichts verändert hat. Das überwältigende Verlangen nach der Droge nimmt dann erst recht wieder zu.
Die unterschätzte Gefahr: "Alltagsdrogen"

Die Abhängigkeit von harten Drogen ist ein Problem, von dem häufig Jugendliche betroffen sind. Unterschätzt wird der Konsum von Nikotin und Alkohol. Da es sich um "weiche Alltagsdrogen" handelt, werden sie oft in ihren Auswirkungen unterschätzt, ihre Einnahme verharmlost. Dabei ist es viel wahrscheinlicher, dass Jugendliche alkohol- oder nikotinabhängig werden, als abhängig von illegalen Drogen.
Im Jahr 2009 starben in Deutschland 1.331 Menschen durch harte Drogen. Dem gegenüber stehen 40.000 Menschen, die an den Folgen des Alkoholmissbrauchs, und 110.000 Menschen, die an den Folgen des Rauchens gestorben sind.
Drogenkonsum der Deutschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren
9,5 Millionen: Riskanter Alkoholkonsum
2,0 Millionen: Alkoholmissbrauch
1,3 Millionen: Alkoholabhängig
8-9 Millionen Männer: Nikotinabhängig
6-7 Millionen Frauen: Nikotinabhängig
1,4 Millionen: Medikamentenabhängig
645.000: Harte Drogen Heroin, andere Opiate, Kokain, Amphetamin, Ecstasy, Crack ...
2,4 Millionen: Cannabis
Quelle: DHS 2011